
Besuch beim Nadia Murad Zentrum in Lörrach
Die Grüne Landtagsabgeordnete Sarah Hagmann besuchte kürzlich das Nadia Murad Zentrum in Lörrach. Das Zentrum begleitet Kinder, Jugendliche und ihre Familien, die eine Fluchtgeschichte erlebt haben, bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse, aber auch bei der kulturellen Integration in ihrer neuen Umgebung.
Seit Anfang 2025 ist das Nadia Murad Zentrum ein eigenständiges Psychosoziales Zentrum. Dies hilft bei der Sicherstellung von finanziellen Mitteln und bei der Suche nach weiteren finanziellen Möglichkeiten. Die ehrenamtliche Arbeit bleibt eine wesentliche Säule der Arbeit des Zentrums.
Die Aufarbeitung der Erlebnisse vor und während der Flucht sind für eine selbstbestimmte und sichere Entwicklung dieser Menschen unerlässlich.
Angefangen hat die Arbeit der Diakonie mit einem kleinen Budget und ehrenamtlichen Helfer*innen, die mit viel Engagement geflüchtete Kinder dabei begleiteten, ihre traumatisierenden Erlebnisse zu verarbeiten. Dies aus der Überzeugung heraus, dass die Verarbeitung dieser Erlebnisse eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass die Integration in unsere Gesellschaft gelingen kann. Heute bietet das Nadia Murad Zentrum, das 2017 seine Arbeit aufgenommen hat, Kindern und Jugendlichen mit Fluchtgeschichte in einem ersten Schritt Gruppenangebote oder Einzeltherapien an. Eine wichtige Basis der Arbeit sind dabei weiterhin 30 ehrenamtliche Helfer*innen. Bei Bedarf werden weitere Therapieangebote vermittelt, sei es Tanz, Yoga, Reittherapie etc. Wichtig für das Gelingen dieser Therapieansätze ist eine gute Zusammenarbeit mit den Schulen und eine gute Kommunikation mit den Eltern. Ein wichtiger Aspekt ist dabei, Vertrauen zu den Eltern aufzubauen. Dies gelingt, weil die acht Mitarbeiter*innen vielsprachig sind, sei es arabisch, türkisch, kurdisch oder ukrainisch. Dadurch können kulturelle Verständnishürden besser überwunden werden. Vor diesem Hintergrund sind ergänzende Angebote über das Nadia Murad Zentrum hinaus besonders wichtig, z.B. das Projekt der Diakonie, in dem ehrenamtliche Gesundheitsbotschafter*innen, meist Menschen mit eigener Migrationsgeschichte, ausgebildet werden. Diese helfen dann Familien mit Fluchtgeschichte, sich im hiesigen Gesundheitssystem zurechtzufinden.
Sarah Hagmann, MdL: „Es ist richtig, dass das Land die Arbeit der Psychosozialen Zentren für geflüchtete Menschen seit 2016 unterstützt. Denn die Aufarbeitung der Erlebnisse vor und während der Flucht sind für eine selbstbestimmte und sichere Entwicklung dieser Menschen unerlässlich. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche. Deshalb leistet das Nadia Murad Zentrum als eines von neun Zentren in Baden-Württemberg zentrale Integrationsarbeit."
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