"Survivors are not only testimonies, they are not only stories. They are leaders." - Nadia Murad
Im Mai 2026 hat die Friedensnobelträgerin Nadia Murad das nach ihr benannte Psychosoziale Zentrum in Lörrach besucht und eindrucksvoll gezeigt, wie trotz und wahrscheinlich gerade aus der Gewalterfahrung des Genozids an den Jesidinnen und Jesiden eine unglaubliche Stärke erwachsen kann. Eine Stärke, die anderen Überlebenden und auch mir als Vorbild dient und Mut macht.

Das Lörracher Nadia Murad Zentrum des Diakonischen Werks berät und versorgt seit 2019 traumatisierte geflüchtete Kinder und Jugendliche sowie deren Familien und leistet mit seinen kultursensiblen und muttersprachlichen Angeboten eine unglaublich wertvolle Integrationsarbeit. Denn Kinder und Jugendliche müssen die traumatischen Fluchterlebnisse aufarbeiten, weil sie sich nur so sicher entwickeln und selbstbestimmte Erwachsene werden können. Das brauchen sie als Individuen und das brauchen wir als Gesellschaft.
Bereits seit 2017 hatten 60 ehrenamtliche Traumahelfer*innen die Arbeit aufgenommen. Heute wird das Zentrum unter anderem vom Land Baden-Württemberg finanziell gefördert.
In meinem Grußwort habe ich mich bei allen Haupt- und Ehrenamtlichen für diesen großartigen Dienst an unseren Mitmenschen und für ihre Nächstenliebe bedankt. Ein wichtiger Aspekt der Heilung besteht außerdem darin, dass Familien beisammen sind. Deswegen freue ich mich, dass die neue Koalition sich zum Familiennachzug von 20-35 Überlebenden des Genozids bekennt.

Baden-Württemberg hat 2015 mit der Aufnahme von jesidischen Frauen und Kindern Verantwortung übernommen. Dieses Programm war und ist ein Gebot der Menschlichkeit. Ich bin froh und stolz darauf, dass dieses Programm möglich gemacht wurde. Und mich macht auch besonders stolz, dass dieses Engagement nicht bei einer einmaligen humanitären Aktion geblieben ist.
Seit 2015 haben wir auch eine Partnerschaft mit dem Nordirak, die das Land bis heute nicht nur weiterführt, sondern auch weiterentwickelt. Wir unterstützen dort bei Bildung, Gesundheitsversorgung, Infrastruktur, psychosoziale Versorgung − alles Bereiche, die für die langfristige Stabilität des Lebens vor Ort wichtig sind.
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