Sarah Hagmann tauscht sich mit Lebensmittelerzeugern in Rümmingen aus.
Im Rahmen ihrer Sommertour stand die Lörracher Landtagsabgeordnete Sarah Hagmann mit regionalen Lebensmittel-Erzeuger:innen im Austausch. Sie traf sich mit dem Landwirt Andreas Hügin und dem Obermeister der Metzger-Innung Lörrach, Mathias Senn, an ihrem gemeinsam betriebenen Nonstop-Shop in Rümmingen. In diesem Automaten können rund um die Uhr regionale Lebensmittel gekauft werden. Mit dabei war auch die Rümminger Bürgermeisterin Joanna Carreira.

Der Landwirt Andreas Hügin und Mathias Senn sind von ihrem neuen Konzept überzeugt, mit dem sie ergänzend zu ihrem normalen Geschäft ihre qualitativ hochwertigen, regionalen Lebensmittel vermarkten. Der seit gut zwei Jahren in Rümmingen stehende Vollautomat bietet über 40 verschiedene Artikel aus einem Umkreis von 30 Kilometern an, darunter saisonales Obst, Gemüse und Brot vom Hof Hügin, Fleisch und Wurst vom Metzger Senn sowie Milchprodukte vom Seebodenhof in Efringen-Kirchen.
Die Idee, gemeinsam in einen Automaten zu investieren, entstand als Reaktion auf verschiedene Nöte: Mathias Senn wollte eine Filiale eröffnen, fand aber kein Personal. Andreas Hügin ärgerte sich, dass er gute Tafeläpfel vermosten musste, weil der Lebensmittelhandel lieber günstigere Äpfel aus dem Ausland kaufte. Deshalb begann er, seine Produkte auf Vertrauensbasis direkt zu vermarkten. Leider landete in der Kasse häufig nur die Hälfte des Warenwerts. Es brauchte also eine bessere Lösung.

Die Investition in den Automaten hat sich für beide gelohnt. Landwirt Hügin macht heute einen guten Anteil seines Umsatzes über den Automaten. Metzger Senn hat inzwischen einen zweiten Automaten in Eimeldingen aufgestellt. Der Nonstop-Shop in Rümmingen ist beliebt und verzeichnet rund 800 Verkäufe pro Monat.
Sarah Hagmann sagt: „Es ist beispielhaft, wie hier verschiedene Erzeuger zusammenarbeiten und kreative Lösungen für die Vermarktung suchen. Dies ist ein wichtiger Beitrag, damit Menschen verlässlich und wohnortnah einkaufen können – unabhängig von Öffnungszeiten und langen Wegen. Gerade im ländlichen Raum stärken solche Angebote die Daseinsvorsorge und entlasten den Alltag der Menschen.“

Neben dem hohen Konkurrenzdruck durch den Lebensmitteleinzelhandel waren sich alle einig, dass auch die spürbaren Klimaveränderungen eine große Herausforderung für Landwirte und Handwerksbetriebe wie Metzgereien darstellen. Die extreme Dürre macht Andreas Hügin in seinen Obst- und Sonderkulturen deutlich zu schaffen. Metzgermeister Senn berichtet, dass sein Betrieb bereits jetzt den Futtermangel für das Vieh im Schwarzwald spürt. Viele Betriebe bieten aus der Not heraus ihre Kühe zum Schlachten, so viele, wie er gar nicht annehmen könne. Dies schlägt sich schon im Fleischpreis nieder.
Sarah Hagmann ergänzt: „Der Klimawandel ist eine wesentliche Herausforderung für die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion. Akut braucht es sicherlich Entlastungen, zum Beispiel bei der Futtermittelbeschaffung. Langfristig brauchen wir aber auch ideenreiche und innovative Wertschöpfungsnetze wie das hier in Rümmingen entstandene.“
Gerade in der aktuellen, durch den Klimawandel bedingten Hitze wird die Fragilität unserer Kreisläufe deutlich. Der Besuch zeigte deshalb auf, wie wichtig es ist, die kleinteilige, lokale Landwirtschaft und das Metzgerhandwerk vor Ort zu unterstützen. Eine Möglichkeit dazu ist der Einkauf bei Direktvermarktern vor Ort.
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