Im Rahmen ihrer Sommertour traf die Wirtschaftspolitikerin Sarah Hagmann auch die regionale Industrie- und Handelskammer (IHK) am Standort in Schopfheim.
Im Gespräch mit Prof. Dr. Katrin Klodt-Bußmann, Hauptgeschäftsführerin der IHK Hochrhein-Bodensee, und Dr. Alexander Graf, Leiter des Geschäftsfeldes Standortpolitik der IHK, ging es unter anderem darum, wie gute Bedingungen für Unternehmen in der Region geschaffen werden können. Dabei kamen Themen wie Bürokratieabbau, das neue Effizienzgesetz und die Notwendigkeit einer funktionierenden Infrastruktur für Unternehmen zur Sprache.

Klodt-Bußmann und Graf machten im Gespräch deutlich, dass sie sich vom neuen Effizienzgesetz des Landes, das sich derzeit im Anhörungsprozess befindet, einiges für die Unternehmen erhoffen. Ein effektiver Bürokratieabbau könnte Unternehmen der Region mehr Freiraum für wichtige Zukunfts- und Standortinvestitionen verschaffen. Sarah Hagmann, Vorsitzende des Arbeitskreises Wirtschaft der Grünen Landtagsfraktion, sagte dazu: „Für eine lebendige Region müssen wir alles daransetzen, dass Arbeitsplätze und Wertschöpfung in unserer Region bleiben. Die Landesregierung hat sich deshalb klar zum Ziel gesetzt, die Modernisierung der Verwaltung voranzubringen. Ein wesentliches Instrument ist das Effizienzgesetz, das unnötige Berichts-, Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten streichen soll. Das ist ein deutliches Zeichen, dass das Land ein hohes Interesse daran hat, den Schaffensgeist der baden-württembergischen Unternehmer*innen zu schätzen und zu unterstützen.“
Eine verlässliche staatliche Infrastruktur, zum Beispiel in Form guter Transportwege, ist ein wichtiger Standortfaktor. Die beiden Geschäftsführer der IHK verdeutlichten dies am Beispiel eines Maschinenbauunternehmens: Dieses werde seine Produktion für den Export nur dann in Südbaden halten, wenn es sicher sei, dass der Transport bis zum Überseehafen gut und kostengünstig bewerkstelligt werden könne. Sarah Hagmann unterstreicht daher, wie wichtig es ist, dass da Land in die Sanierung von Brücken und Straßen investiert: „Im Sanierungsprogramm dieses Jahres investiert das Land mit 500 Millionen Euro so viel wie noch nie, so dass über 300 Projekte starten können.“

Wir können uns weder als Gesellschaft noch als Wirtschaftsstandort leisten, immer mehr solcher Sommer zu erleben. Deshalb brauchen wir noch mehr Entschlossenheit beim Klimaschutz
Wie wichtig sichere Transportwege für Industrie- und Handelsunternehmen sind, wird aktuell schmerzlich deutlich, da der Rhein nur eingeschränkt schiffbar ist. Die in der Folge von Hitze und Trockenheit der letzten Wochen niedrigen Pegelstände bedeuten für viele Unternehmen erheblich höhere Transportkosten. „Wirtschaftsexperten prognostizieren bereits, dass dieser Hitzesommer die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands dämpfen wird. Dies verdeutlicht: Wir können uns weder als Gesellschaft noch als Wirtschaftsstandort leisten, immer mehr solcher Sommer zu erleben. Deshalb brauchen wir noch mehr Entschlossenheit beim Klimaschutz“, so die grüne Landtagsabgeordnete.
Im Gespräch wurde die Notwendigkeit betont, im Dreiländereck einen engen Kontakt zu unseren Nachbarn zu pflegen. Einer der positiven Faktoren in der Region ist die Nähe zum Pharma- und Life-Science-Standort Basel. Dies könnte die Chance bieten, dass sich auch dadurch neue, innovative Unternehmen in der Region Hochrhein-Bodensee gründen. Bestehende Hürden aufgrund der Grenzlage bremsten dieses Potenzial leider aus. Die Wirtschaftspolitikerin Sarah Hagmann hierzu: „Unternehmensgründungen und Ausgründungen aus bestehenden Unternehmen sind ein wichtiger Motor für eine zukunftsgewandte Wirtschaft. Deshalb müssen wir an diesem Thema auch in unserer grenzüberschreitenden Region dranbleiben und den Austausch mit Basel und der gesamten Schweiz stärken.“
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