Die grüne Landtagsabgeordnete Sarah Hagmann nutzte ihre Sommertour, um sich im Biosphärengebiet Schwarzwald über die Situation der Weidewirtschaft in diesem Extremhitzesommer zu informieren.
Gemeinsam mit Florian Kübler, dem Geschäftsführer des Biosphärengebiets, und Ewald Ruch, dem Bürgermeister der Gemeinde Schönenberg, machte sie sich auf dem Belchen ein Bild von der aktuellen Situation und informierte sich über ein Projekt zur zukunftsfähigen Weidewasserversorgung.

Der fehlende Regen ist auch auf dem Belchen deutlich sichtbar: Die sonst zu dieser Jahreszeit noch sattgrünen Weiden sind braun und viel zu kurz. Für die Weidetiere und in der Folge für die Landwirt:innen ist dies eine echte Herausforderung. Der fehlende Regen kann nicht einfach so ersetzt werden. Durch eine Initiative aus der Bevölkerung ist jedoch ein Projekt des Biosphärengebiets entstanden, das die Weidewasserversorgung effizienter und zukunftsfest gestalten soll. Ziel ist es, dass die Kühe auf der Weide zumindest sicher mit Trinkwasser versorgt werden können. Aktuell geht durch in die Jahre gekommene Leitungen und teilweise durch Leitungsbrüche sowie Tränken, die als offene Brunnen mit Überlaufsystem ausgeführt sind, häufig wertvolles Nass verloren. Hinzu kommt, dass Quellen nicht selten versiegen.
Auf dem Belchen gibt es seit Jahrzehnten eine Weidewasser-Infrastruktur, die jetzt erneuert wird – Klimaanpassung ganz konkret.

In einem ersten Abschritt wurden in der Gemeinde Schönenberg am Belchen zunächst als Pilotprojekt Speicherbehälter gebaut und rund 1,5 Kilometer Leitung ertüchtigt bzw. teilweise neu gebaut. Die Speicherbehälter, die auch mit Tankwagen angefahren werden können, fassen jeweils 18.000 Liter Wasser. Das reicht für eine ca. 150 Tiere große Rinderherde für zwei Tage. Allerdings stehen dort normalerweise weniger Tiere, sodass das Wasser länger reicht. Florian Kübler betont, dass die interkommunale Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und die Absprache mit dem Biosphärengebiet sehr gut laufen.
Sarah Hagmann, MdL: „Dieser Sommer führt uns vor Augen, wie wertvoll unsere Wasserressourcen sind. Um unsere Landschaft und unsere Weideflächen für die Tiere zu erhalten, braucht es mehr Klimaschutz und Klimaanpassung. Auf dem Belchen gibt es seit Jahrzehnten eine Weidewasser-Infrastruktur, die jetzt erneuert wird – Klimaanpassung ganz konkret.“ Die Abgeordnete betont, dass neben dem Trinkwasser wegen der anhaltenden Hitze ebenso das Futter für die Tiere knapper wird. Hier seien jetzt in der Akutsituation pragmatische Ansätze gefragt, um dies zu sichern. Für langfristige Lösungen braucht es aber auf allen Ebenen ebenso eine konsequente Klimaschutzpolitik.

Die Kosten für den ersten Abschnitt in Schönenberg wurden zu 70 Prozent von der Stiftung Naturschutzfonds gefördert, den Rest hat die Gemeinde finanziert. Der nächste Bauabschnitt wird finanziell vom Biosphärengebiet gefördert. In den kommenden Jahren sollen weitere Abschnitte folgen, sodass letztlich das gesamte Gebiet um den Belchen mit Trinkwasser versorgt werden kann. Insgesamt sollen rund 1,9 Millionen Euro investiert werden.
Die erarbeitete Weidewasserkonzeption am Belchen ist ein Modellprojekt für andere Gemeinden. Es wurde absichtlich modular angelegt, sodass auch andere Gebiete die Methoden an ihre Gegebenheiten anpassen und verwenden können. Ein entsprechendes Interesse wurde bereits von einigen Gemeinden aus dem Biosphärengebiet bekundet. Zudem wurde die Konzeption bereits in anderen vergleichbaren Bergregionen, beispielsweise in der Schweiz, vorgestellt.
Weitere Informationen zum Gesamtprojekt hier.
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