Die grüne Landtagsabgeordnete Sarah Hagmann besuchte kürzlich die Obst- und Gemüsevertrieb Südbaden (OGS) GmbH in Efringen-Kirchen.
Dort tauschte sie sich mit Jörg Hagin, Jens Probst, Max Hagin, Andreas Brombacher, Peter Hagin und Frieder Maurer vom Kreisobst- und Gartenbauverband Lörrach e. V. sowie mit Andreas Mutter vom Obstgroßmarkt über die Rahmenbedingungen im Obstbau und -vertrieb aus. Insbesondere ging es um die Frage, wie langfristig sichergestellt werden kann, dass wir uns in der Region und in Baden-Württemberg mit Obst und Gemüse selbst versorgen können.

Die OGS vermarktet die Produkte des genossenschaftlich organisierten Erzeugergroßmarktes Südbaden EGRO. Das heißt, hier wird das Obst und Gemüse von rund 140 Erzeugerbetrieben zwischen Emmendingen und Waldshut-Tiengen gemeinsam vermarktet. Das sind jährlich viele Tonnen Spargel, Beerenobst, Kirschen, Zwetschgen und Äpfel. Diese gemeinschaftliche Großvermarktung erleichtert es den Obst- und Gemüseproduzent:innen, auch mit dem Lebensmitteleinzelhandel zu kooperieren, denn bei diesem zählt die größere Masse. In den letzten Jahren ist dies zu einem der Hauptgeschäftszweige geworden: 85 Prozent der Lebensmittel der OGS werden an Lebensmitteleinzelhändler vermarktet.
Ein weiterer wichtiger Vorteil als Erzeugergroßmarkt ist, dass die Lagerung für die Erzeuger:innen gemeinsam besser und professioneller organisiert werden kann. Dadurch können Ernteverluste reduziert werden. Dennoch muss auch Obst und Gemüse außerhalb der Region zugekauft werden, da der Selbstversorgungsgrad mit Obst und Gemüse nicht nur hier in der Region sehr gering und in den letzten Jahren weiter gesunken ist. So kann laut Daten des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft nur ein Sechstel des Bedarfs an Obst aus heimischem Anbau gedeckt werden.

Wir müssen Erzeuger:innen unterstützen, z. B. Junglandwirt:innen mit individueller Beratung und finanzieller Förderung.
Die Mitglieder des Kreisobst- und Gartenbauverbandes sehen eine wesentliche Herausforderung darin, das bisherige Produktionsniveau langfristig zu halten. Denn auch im Gemüse- und Obstbau macht sich die demografische Entwicklung bemerkbar: Rund 60 Prozent der Erzeuger:innen sind über 57 Jahre alt und es gibt immer weniger von ihnen. Zudem besteht weiterer Druck durch die Preisentwicklung der Produktion oder zunehmende Unsicherheiten, da durch mehr Schädlingsdruck und Regulierungen der Pflanzenschutz immer herausfordernder wird.
Sarah Hagmann, MdL: „Das Gespräch mit den Obst- und Gemüseerzeugern hier im Markgräfler Land hat mir beispielhaft gezeigt, dass unsere Lebensmittelproduktion vor großen Herausforderungen steht: steigende Betriebskosten, Klimaschutz und Klimaanpassung, geringe Planungssicherheit und unattraktive Bedingungen für eine Hofnachfolge. Für mich ist klar: Diese Herausforderungen anzugehen, ist eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Gesellschaft, dem Handel und den Betrieben. Wir müssen daher in Baden-Württemberg die Ergebnisse des Strategiedialogs Landwirtschaft nun umsetzen und Erzeuger:innen unterstützen, z. B. Junglandwirt:innen mit individueller Beratung und finanzieller Förderung.“
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