Die grüne Landtagsabgeordnete Sarah Hagmann besuchte kürzlich die Montfort-Realschule (MORZ) in Zell im Wiesental. Im Gespräch mit der kommissarischen Schulleiterin Renate Metzler, Lehrerin Kathrin Stutz, Bürgermeisterin Marion Isele sowie Regina Höfler und Norbert Asal, vom Schulamt lernte sie dabei unter anderem die engagierte Arbeit in der sogenannten Vorbereitungsklasse (VKL) der Schule kennen. Dank dieser Arbeit können viele Kinder und Jugendliche, die mit ihren Familien neu in die Region gezogen sind und noch kein Deutsch sprechen, einen guten schulischen Weg gehen.
Die erste Vorbereitungsklasse an der MORZ startete im Jahr 2015 vor dem Hintergrund des syrischen Bürgerkriegs, als viele Menschen vor diesem nach Deutschland flohen. Für die Schule war dies damals ein Sprung ins kalte Wasser, denn die entsprechenden Regelungen des Kultusministeriums kamen erst ein Jahr später. Doch damit konnte Pionierarbeit geleistet werden und es konnte aufgezeigt werden, wie Kinder und Jugendliche mit nichtdeutscher Herkunftssprache und geringen Deutschkenntnissen beschult werden können.
Das Besondere und zugleich Herausfordernde an der VKL ist, dass sie jahrgangübergreifend ist und die Biografien der Kinder – nicht nur in Bezug auf Bildung – sehr unterschiedlich sind. Kathrin Stutz, langjährige Lehrerin in der VKL an der MORZ, beschreibt, was das im Schulalltag ganz konkret bedeutet: In der VKL lernen Kinder und Jugendliche verschiedenen Alters und mit unterschiedlichen Alphabetisierungsgraden zusammen. Sie kommen aktuell aus rund zehn Nationen, unter anderem aus der Ukraine, Indien, Griechenland, Kolumbien oder Pakistan. Rund die Hälfte ist mit ihrer Familie vor einer geopolitischen Krise geflohen und trägt bedingt durch die Fluchterfahrung teilweise auch seelisch einen schweren Rucksack. Die andere Hälfte sind Kinder, deren Eltern für die Arbeit in einem Unternehmen in die Region gekommen sind. Die vorbildliche Arbeit an der MORZ in Zell lohnt sich: Viele Kinder wechseln in eine Regelklasse. Dies wird alle halbe Jahre geprüft. Viele meistern dank dieses Einstieges dann auch gute Haupt- und Realschulabschlüsse oder machen das Abitur. Andere Jugendliche wechseln direkt an eine berufliche Schule. Hier werden die Übergänge durch die gute Vernetzung in der Raumschaft intensiv begleitet.
Sprache ist die Grundlage für Teilhabe. Nur wer Sprache beherrscht, kann sich mitteilen, seine Interessen vertreten, aktiv am Unterricht teilnehmen, Freundschaften schließen und später im Berufsleben bestehen.
Nicht unerwähnt darf bleiben, dass es auch immer wieder Kinder gibt, die durch den fehlenden Bildungsweg in ihren Herkunftsländern im deutschen Bildungssystem fast unmöglich eine Bildungsperspektive entwickeln können. Diese Kinder in den schulischen Alltag und in die Gesellschaft zu integrieren, bleibt eine der großen Herausforderungen für alle Beteiligten.
Die Sprachbildung hat in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren an Stellenwert gewonnen - angefangen bei der Sprachförderung in der frühkindlichen Bildung. Die Schulreform des vergangenen Jahres legte in der Grundschule einen stärkeren Fokus auf Sprache und auch in den weiterführenden, allgemeinbildenden Schulen wurde die durchgängige Sprachbildung gestärkt.
Sarah Hagmann, MdL, sagt: „Sprache ist die Grundlage für Teilhabe. Nur wer Sprache beherrscht, kann sich mitteilen, seine Interessen vertreten, aktiv am Unterricht teilnehmen, Freundschaften schließen und später im Berufsleben bestehen. Die Vorbereitungsklassen und Sprachkonzepte des Landes, wie sie hier in Zell umgesetzt werden, schaffen echte Zugänge zu Bildung und zu unserer Gesellschaft. Dies ist ein wichtiger Baustein der Chancengerechtigkeit und hierfür danke ich allen beteiligten Lehrerinnen und Lehrern.“
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